Tourismussyndikat Wëntger

Syndicat d'Initiative et de Tourisme de la commune de Wincrange

Die Gemeinde Wintger (Wincrange) erstreckt sich auf einer Hochebene (450-523 über NN) im Nordwesten der Luxemburger Ardennen.

Sie umfaßt 27 Dörfer und Weiler mit über 4000 Einwohnern und ist mit 113,68 km2  flächenmassig die größte Gemeinde des Großherzogtums. Wintger ist die erste, aus den früheren Gemeinden Asselborn, Boegen, Helzingen und Oberwampach zusammengeschlossene Großgemeinde des Landes (1. Januar 1978).

 

Die Umgebung offenbart dem Besucher zahlreiche landschaftliche Reize. Abseits des großen Verkehrs und doch in der Nähe der Fremdenverkehrsorte Klerf, Ulflingen, Wiltz, Bastnach und Houffalize, ist diese Gegend geschaffen zur Entspannung und geruhsamen Erholung. Ausgedehnte, wellenförmige Hochflächen mit herrlichen Panoramaaussichten, wo reger Ackerbau betrieben wird, und Wiesentäler, von klaren Bächen durchzogen, laden zum Wandern ein.

Besonders Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Viele gut gekennzeichnete Wanderpfade mit herrlichen Aussichten stehen zur Auswahl.

Wer an Kultur interessiert ist, sollte die schmucken, restaurierten Dorfkirchen besichtigen und bei seinen Rundgängen so manch schön erhaltenen Dorfkern entdecken. Besonders sehenswert sind das Kloster Fünfbrunnen mit dem Judendenkmal, sowie in Helzingen der spätgotische Schnitzaltar (um 1500), welcher aus der Klaus Kapelle am Waldrand stammt.

Der Hoffelter Kanal

Ein Kanal der nie fertig gebaut wurde

Politisches Umfeld

Durch den Wiener Kongreß im Jahre 1814, nach der Niederlage Napoleons, wurde unser Land aufgeteilt. Es gelang den Preußen sich auszudehnen bis zum Lauf der Our, Sauer und Mosel. Durch den Verlust alter Gebiete, Sankt Vith und Bitburg, wurde Luxemburg als Entschädigung ein Teil des alten Fürstbistums Lüttich sowie die größere Hälfte des alten Herzogtums Bouillon zugeteilt. Das verkleinerte Herzogtum wurde zum Großherzogtum erhoben, es sollte nicht als Bestandteil einer Provinz, der Niederlande angesehen werden, sondern als selbständiger Staat, getrennt vom Königreich der Niederlande. Nur die Person des Herrschers sollte gemeinsam sein: Wilhelm der I war König in den Niederlanden, in Luxemburg dagegen war er Großherzog.

Wilhelm der I wollte alle Teile seines Königreiches in gleicher Weise behandelt wissen, die Unterschiede beseitigen und Belgien wie Luxemburg in einem Einheitsstaate aufgehen lassen, doch die Holländer wurden in allen Entscheidungen begünstigt. Dies führte zu Unruhen, besonders bei den Belgiern, und es kam zur Revolution im Jahre 1830 und Luxemburg wurde zum 3. Male aufgeteilt. Die Distrikte Arlon, Bastnach, Marche, Neufchâteau und Virton fielen an Belgien.

 

Der Kanalbau

Während in den Niederlanden die Wirtschaft blühte, jedoch die natürlichen Reserven waren beschränkt, kämpften Belgien und Luxemburg hingegen mit einer schweren Wirtschaftskrise, weil hohe Steuern auferlegt waren. Die niederländischen Industriellen hatten falsche und zu günstige Vorstellungen des geologischen Aufbaus Luxemburgs. Zu jener Zeit war das einzige Transportmittel das Pferdegespann. Unbeschwerliche Transportwege mußten her und das einzige was sich zu dieser Zeit anbot war der Wasserweg. Im Maas Tal hatte unter anderem John Cockerill eine Schwerindustrie und so ergab es sich dieses Tal mit anderen Gebieten zu verbinden. Ein Kanal mußte her. Dieser Ardennenkanal sollte bei Lüttich, 60 m über dem Meeresspiegel beginnen, dem Lauf der Ourthe folgen, an Comblain, Barvaux, Durbuy und Laroche vorbei den "Hérou" ersteigen, um nach Houffalize zu gelangen. Von hier aus, sollte er, dem Lauf eines Baches folgend, nach Osten abzweigen, an Cetturu, Tavigny und Buret vorbei, um schließlich die Wasserscheide des Maaß Beckens und des Rheinbeckens auf 500 m. ü.d.M. zu überwinden. Durch Hoffelt hindurch nach Asselborn, Klerf sowie Kautenbach sollte kanalisiert werden. Das Bett der Wiltz und Sauer sollte vertieft werden bis zur Einmündung in die Mosel bei Wasserbillig (130 m. ü.d.M.). Ein unglaubliches Projekt, ein Kanal sollte ersteigen von 60 auf 500 Meter ü.d.M. und wieder hinab auf 130 Meter. 218 Schleusen hätte man bauen müssen und dies auf 261 Km Wasserweg. Im Juli 1827 erhielt die Gesellschaft "Société d'Exploration du Luxembourg" die Konzession mit einem Kapital von 5 Millionen Gulden, davon 2 Millionen seitens des Königs. Die Pläne zeichnete Ingénieur Remy de Puydt, welcher die Ardennen gut kannte.

Die Grabungsarbeiten wurden in 3 Teile aufgeteilt:

  • Lüttich-Houffalize
  • Houffalize-Kautenbach
  • Kautenbach-Wasserbillig

Houffalize - Kautenbach, der schwierigste Abschnitt, die Überwindung der Kammlinie zwischen den beiden Tälern der Maas und der Mosel. Vorgesehene Bauzeit für dieses Teil: 5 Jahre.

Wie löste man dieses Problem: Graben 1350 Meter (Buret), ein Tunnel von 2528 Meter und schließlich wieder einen Graben von 1481 Meter (Hoffelt). Die Abtretung der benötigten Ländereien war hier in Hoffelt mit vielen Schwierigkeiten verbunden. 1828 wurde mit den Arbeiten begonnen und zwar auf heutigem belgischem Territorium, dem Verbindungskanal (Lac de Bernistab bei Buret) zur Maas hin. Ungefähr 400 Arbeiter waren hier beschäftigt, ein gewaltiges Unterfangen wenn man bedenkt, daß der tiefe Kanalgraben von Menschenhand mit Pickel und Schaufel ausgegraben wurde. Die gewaltigen Erdmassen wurden den Berg hinaufgetragen und mit Schubkarren und Pferdegespannen fortgeschafft. Am 13. Januar 1829 begann der Tunneldurchbruch bei Buret. Tag und Nacht wurde gearbeitet 1 Meter drang man jeden Tag vor. Um schneller voran zu kommen wurde in 5 Schächten gegraben. In Hoffelt machten in der Zwischenzeit die Kanalgrabungen gute Fortschritte. Ein Teil dieses Grabens befindet sich unweit dem Barteshaus; schräg gegenüber sowie auf der anderen Straßenseite. 1830 brach in Brüssel die belgische Revoltion aus was es mit sich brachte, daß dieser Kanalbau nie vollendet wurde. Im September 1831 wurden die Arbeiten endgültig eingestellt bedingt durch die neue Länderaufteilung. Die "neue" Grenze wurde über dem Kanaltunnel gezogen was auch das Ende bedeutete für diesen Kanalbau. Einem Inventarschreiben vom 12. Dezember 1830 ist folgendes zu entnehmen: 1100 Schaufeln, 1679 eiserne Schubkarren und 505 hölzerne Schubkarren, 33 Fuhrwagen. 1075 Hacken, eine Ziegelfabrik usw. In der Nähe von Buret war der Stollen bereits 1130 Meter in den Berg getrieben und die ersten 337 Meter waren mit Ziegelwerk bereits ausgebaut worden. Erst 1964 wurde der Kanalgraben hier in Hoffelt zugeschüttet (unmittelbar hinter Ihnen). Hoffelt war 130 Jahre in "zwei geteilt" und anfangs durch eine hölzerne Brücke, später mit einer "Aufschuttbrücke" miteinander verbunden.

 

Allerborn: Spuren einer Bleimine welche hier funktionierte von 1822 bis 1901. Siehe auch thematischer Rundwanderweg. 

 

Asselborn:

  • Erste Poststation auf dem Territorium des heutigen Großherzogtums und zwar von 1514 bis 1700. Heute ist die Herberge „Relais Postal“ mit Restaurant hier beheimatet. Zudem ist hier ein Schreibwarenmuseum eingerichtet.

 

  • Denkmal „Schéifer Misch“: Infolge des Aufstandes, genannt „Klöppelkréich“, der Bauern gegen die französische Besatzung im Jahre 1798 wurde unter anderem der Asselborner Schäfer Michel Pintz verhaftet und durch Fallbeil in Luxemburg Stadt hingerichtet.

 

  • Die Mühle von Asselborn ist soweit bekannt die älteste Mühle des Großherzogtums Luxemburgs, welche zudem noch Funktionsfähig ist. Seit 1984 ist hier ein Hotel- und Restaurationsbetrieb zu Hause wo auch ein Mühlenmuseum in Augenschein genommen werden kann.

 

  • Schiefergruben: Auf dem Banne von Asselborn und zwar im Ort genannt „Eimeschbach“ war einst eine Schiefergrube. Von 1646 bis 1868 wurde hier „normal“ abgebaut, nach 1868 bis zur endgültigen Stillegung im Jahre 1970 wurde diese Grube zur Herstellung von Dachschiefer industriell betrieben. 

  

Boxhorn-Maulusmühle: Im Wald zwischen diesen beiden Ortschaften sind die Überreste eines Flugzeuges zu sehen, welches im 2. Weltkriege abgeschossen wurde. Hier befinden sich auch die Grabstätten der 6 Insassen welche an Bord waren.   

 

Fünfbrunnen: Kloster Fünfbrunnen, das zum Anfang des 20. Jahrhunderts im rheinisch-romanischen Stil erbaut wurde sowie das Judendenkmal, das an die Deportation von 700 Juden in verschiedene KZ Lager während des 2. Weltkrieges erinnert.

 


 


Helzingen: Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert in der Kirche, mit einer bildhauerischen Darstellung von Leben und Leiden Christi. Sehenswerte Klaus Kapelle am Waldesrand, wo einst der Schnitzaltar beheimatet war. Seit dem Jahre 1960 ist die Kapelle sowie der Schnitzaltar als historisches Monument klassiert.

 

Hoffelt: Spuren eines nie fertig gestellten Kanals. Die Arbeiten an diesem Kanal begannen im Jahre 1827 und wurden 1830 infolge der belgischen Revolution eingestellt. Er sollte die Flüsse Maas und Mosel miteinander verbinden.

 

Oberwampach: Cicignon Denkmal bei der Kirche sowie die Überreste des ehemaligen Schlosses im Dorfe. Zeuge einer bewegten Vergangenheit. Das Schloß war im Mittelalter der Sitz einer Reihe von Herrschaften, so unter anderem Jean C. Cicignon (geboren um 1630), dem Erbauer der norwegischen Stadt Trondheim, welche durch eine Feuersbrunst komplett zerstört wurde.

 

Der Turm der Kirche stammt aus dem 13.ten Jahrhundert, das Kirchenschiff wurde später angebaut. In diesem Kirchenschiff befinden sich wertvolle Fresken aus dem 15.ten Jahrhundert.

 

Trotten-Asselborn: Postweg, dieser wurde bereits im 15. Jahrhundert benutzt und verband die ehemaligen Post-Stationen Asselborn und Bourcy.

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